L'Alpe

L’Alpe 19 : sport und spiel

Übersetzung : Brigitte Hanemann

L’Alpe wurde für eine Leserschaft konzipiert, die an Fachwissen interessiert ist und nach dem Sinn der Dinge fragt. Sie ist die erste Zeitschrift, die sich ausschließlich der europäischen Alpinkultur und dem alpinen Kulturerbe widmet. Ihr Bestreben ist es, zu informieren und einen Gedankenaustausch über die nationalen und die sprachlichen Grenzen hinweg zu fördern. Als Forum für Entdeckungen und für Emotionen interessiert sich L’Alpe für all die, denen es zwischen Donau und Rhône gelang, sich an eine einzigartige Umwelt anzupassen. Zwischen Buch und Zeitschrift angesiedelt ist sie wie ein Buch charakterisiert durch tiefgründige Abhandlungen über ein Schwerpunktthema, analytische Klarheit, ein hohes Qualitätsniveau und sie hat sich einen Namen gemacht durch Autoren von Rang. Als Zeitschrift zeichnet sie sich aus durch eine vierteljährliche Erscheinungsform, die gewährleistet, Diskussionen zu führen, besticht durch eine reichhaltige Bildauswahl, ist charakterisiert durch die unersättliche Neugierde des Journalismus und eine notwendigerweise didaktische Herangehensweise. Obgleich l’Alpe auf einem bestimmten Wissensniveau aufbaut, handelt es sich dennoch um keine wissenschaftliche Zeitschrift. Sie verwendet die Beiträge der Geschichte, der Geographie, der Archäologie, der Ethnologie etc., um so den Spuren, die die Menschen in dieser Gegend hinterlassen haben, einen Sinn zuzuweisen. Gleichzeitig steht sie auch Diskussionen über die Zukunft der Alpen und der Berge der Welt offen gegenüber.

Der Spielplatz Europas
Mit dem Titel ihres Buches, das 1871 in London erschien, gelang es Leslie Stephen hervorragend, die Alpen und die Vielfalt an Spielformen, die sie ermöglichen, zu beschreiben. Damals näherten sich die Alpinisten diesen abgelegenen Landstrichen in richtiggehender Forschermanier. Landschaften voller jungfräulicher, noch zu erobernder Wände, bewohnt von Einheimischen, jeder exotischer als der andere. Auszüge.

Das enzyklopädische Wörterbuch der Alpen : Das Europa der Vereine
Die Idee, sich als Alpinisten in Vereinen zusammen zu finden, kam auf während die Eroberung der Berge ihren Höhepunkt erreichte. Ab dem Ende des 19. Jahrhunderts wurden im Gefolge der Briten in ganz Europa Vereine gegründet. Sie waren elitär (und meist frauenfeindlich) und trugen in der Folgezeit entscheidend zur Popularität der Bergsportarten bei.

Alpine Turniere
Zahlreiche Reisende bereisten im 19. Jahrhundert als Vorhut der Ethnologen die Alpen. Sie erzählten bei der Rückkehr von den erstaunlichen Sitten der Bergbevölkerung. Wie beispielsweise diese traditionellen Kräftemessen, die in der Schweiz von Jules Gourdault beschrieben wurden. Er ist der Autor eines schönen Werks in zwei Bänden, La Suisse, Etudes et voyages à travers les 22 cantons (Die Schweiz, Studien und Reisen durch die 22 Kantone illustriert mit 750 Holzschnitten), welches 1879 in Paris von der librairie Hachette veröffentlicht wurde,.

Das Cornichon-Spiel
Eine originelle Art alpines Boccia Spiel wurde lange Zeit in Savoyen gespielt. Als spielerisches Ritual der Männer ist Cornichon ein Geschicklichkeitsspiel mit Elementen des Nachahmens, das die Dorfbewohner in einer festlichen Runde um die Gemarkungsgrenzen führt.

Von Sport und Spiel
Gérard Vandystadt ist an der Spitze einer der größten Fotoagenturen, die auf Sport spezialisiert ist. Die Arbeit dieser Herren der Bilder ist vor allem bekannt in der Welt des Fußballs, des Tennis oder des Eiskunstlaufs. Aber die Bergsportarten sind ebenfalls sehr gut in ihren Archiven vertreten und beweisen, wenn dies nötig wäre, dass es in den Alpen auch andere sportliche Betätigungen gibt, abgesehen von Skisport und Bergsteigen

Die Herren der Pässe
Die Tour de France wird diesen Sommer hundert Jahre alt. Davon fand sie 92 Jahre in den «  großen Alpen  » zwischen dem Col des Aravis und dem Col von Restefond statt. Die Tageszeitung L’Equipe, die diesen Wettkampf initiierte, hat zu diesem Anlass eine bemerkenswerte historische Zusammenstellung herausgebracht, die uns zeigt, dass man beim Schreiben für ein Sportmagazin weder auf Lyrik noch auf literarische Qualitäten verzichten muss.

Der schönste Beruf der Welt
«  Nicht der Älteste, nein, aber der Schönste. Das zumindest glauben alle.  » So bezeichnet Jean-Marc Aubry seinen Beruf : Wanderleiter. Mit einer bunt zusammengewürfelten Gruppe in den Alpen herumzuwandern ist jedoch nicht immer erholsam. Eine Woche Urlaub, ein Erlebnisbericht erschienen in den Editions Guérin gewährt schelmisch Einblick. Viel Spaß.

Frauenalpinismus
Allen Vorurteilen zum Trotz nahmen sie es in Rock und Korsett mit Schnee und Fels auf. Eine Handvoll mutiger Alpinistinnen der ersten Stunde machten den Bergsport für die Frauen zugänglich. Innerhalb von zwei Jahrhunderten haben sich die Frauen in dieser Sportart ihren Platz erobert, die den Männern vorbehalten schien. Aber wenn sie auch Gipfel bezwungen haben, so sind sie von einem ausgeglichenen Verhältnis noch weit entfernt.

Durch Wind und Wolken
Die Reisenden des Himmels, zumeist versierte Piloten, begnügen sich nicht mehr nur damit, die Berge mit dem Gleitschirm herunterzufliegen. Sie legen als Langstreckennavigatoren nunmehr hunderte von Kilometern zurück und spielen Bockspringen mit den Bergen unter ihrem seltsamen bunten Stück Stoff. Ein raffinierter Sport, der seinen Anhängern Geschicklichkeitsspiele in der Luft und die Sucht nach der Unendlichkeit des Raums bietet.

Das richtige Dach der Welt
Braco der Bergführer erzählt hinten im Cafe immer die gleiche Geschichte. Am liebsten, wenn ein Gewitter droht. Der Dunst steigt ihm zu Kopf wenn der Nebel den Kirchturm umhüllt. Das inspiriert ihn. Braco war ein großer Bergführer. Er ist es immer noch, zumindest in seinen Erzählungen, aber er zieht einen Fuß hinterher. Seine Stimme begleitet das Unwetter. Es ist wie ein Hintergrundgeräusch. Er erzählt von seiner größten Tour : dem Pic Coolidge. Achtung, lachen Sie nicht, er könnte ärgerlich werden.

Söhne der Werbung
Als Spiegel unserer Wünsche kann man aus der Werbung die Gedankenströmungen unserer Zeit unterschwellig herauslesen. In diesem Bereich stößt man im Mikrokosmos der Bergsportarten auf spannende Entdeckungen. Eine Studie über die (schicken?) Unterschichten der alpinen Sportarten.

Der Missbrauch der Berge
Unter dem Vichy-Regime wurden die Tugenden des Alpinismus überhöht dargestellt und weitestgehend zur Unterstützung der Propaganda eines kollaborierenden Regimes missbraucht. Das Glaubensbekenntnis der Regierung war simpel : Die Nation durch den Sport wiederbeleben. Beobachtungen zu einer ideologischen Besitznahme.

Ein türkischer Prinz in den Alpen
Der Sultan Djem war Kriegsgefangener am Fuße des Vercors. Als Spielzeug der politischen Intrigen wurde er hin und hergeschoben von einem Ende der Alpen zum anderen. Zwischen dem rauhen Leben in den kalten Festungen und der Zartheit der schönen Jungfrauen : das tragische Schicksal eines ottomanischen Prinzen im Exil.

Was hat das Jahr der Berge gebracht ?
«  Das Ding, das man UNO nennt  » (Berühmter Ausspruch von General de Gaulle) beendete soeben das internationale Jahr der Berge 2002 mit einem Weltgipfeltreffen, das in Bichkek, der Hauptstadt von Kirgistan stattfand. Eine feierliche Veranstaltung, die man laut und mit vielen schönen Erklärungen zelebrierte und mit vielen guten Vorsätzen verließ, die in einem offiziellen Dokument, der «  Mountain Platform  » zusammengefasst sind. Garth Willis lauschte der Versammlung aufmerksam. Er kam verließ dieses Gipfeltreffen perplex. Pragmatische Überlegungen eines Fachmannes.

Ferne Berge : Die Sonne im Schwarzen Zimmer
In den Karpaten, im Norden Rumäniens, leben die Menschen immer noch im friedlichen Rhythmus ihrer althergebrachten Traditionen und ihres überlieferten Gedankengutes. Überhöht durch den lichterfüllten Blick des Fotografen Dan Dinescu strahlen ihre Gesten und Gebräuche, ihre Gesichter und ihre Dörfer im Gegenlicht und zur Unzeit. Eine Reise nach Marmarosch.

Passages de l’alpe
Gibt es eine alpine Musikkultur ? Und wenn ja, was kann sie im Vorstellungsvermögen der Gegenwartskomponisten bewirken, welche sich in den Welten des Jazz oder der modernen Musik bewegen oder sich den alten Weisen zuwenden ? Diese Fragen stehen im Zentrum von «  Passages de l’alpe«  , einem der Highlights des Grenoble Jazz Festival. Eine Interpretation von Daniele Jalla.

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