L'Alpe

L’Alpe 25 : almanach 2005

Übersetzung : Alexandra Orgaz

L’Alpe ist die erste Zeitschrift, die sich ausschließlich dem alpinen Kulturerbe Europas widmet, und wendet sich an eine Leserschaft, die ihren Wissenshorizont erweitern und hinterfragen möchte. Ihr Ziel : über Sprachbarrieren hinweg informieren. Als Forum für Entdeckungen und Begegnungen richtet L’Alpe das Augenmerk auf die Menschen, die sich zwischen Donau und Rhône einem einzigartigen Lebensraum angepasst haben. L’Alpe weist sowohl Merkmale eines Buches als auch eines Magazins auf : Auf der einen Seite enthält L’Alpe Beiträge renommierter Autoren zu einem thematischen Schwerpunkt, die sich durch analytische Klarheit und ein hohes Niveau auszeichnen. Auf der anderen Seite erscheint L’Alpe in vierteljährlichen Abständen und bietet so hinreichend Raum für Diskussionen. Auch die vielseitige Illustration, die journalistische Neugier und der didaktische Ansatz sind Kennzeichen eines anspruchsvollen Magazins. Obwohl L’Alpe sich auf ein solides Faktenwissen stützt, erhebt die Zeitschrift keinen wissenschaftlichen Anspruch ; Geschichte, Geographie, Archäologie und Ethnologie dienen als Rahmen, um Spuren und Zeugnisse, welche die Menschen im Alpenraum hinterlassen haben, richtig einordnen zu können. Doch L’Alpe wendet den Blick nicht nur in die Vergangenheit, sondern ist auch offen für Diskussionen über die Zukunft der Alpen und der Gebirgsregionen in aller Welt.

Ein Klischee und seine Geschichte
Der kleine Schornsteinfeger hat viel erlebt ! Ein starke Wandlung ist in der Darstellung der bei Volk und Illustratoren beliebten Figur im Laufe der letzten vierhundert Jahre zu verzeichnen. Und in seinen vielfältigen Varianten spiegelt das Bild dieses Kindes stets auch die Gesellschaft wider. Häufig idealisiert, verkörperte es die unterschiedlichsten Werte und diente anlässlich der Annexion von Savoyen sogar als politisches Symbol. Eine Geschichte, die den kleinen Schornsteinfeger zu einer der herausragenden Figuren der volkstümlichen Bilderbogenkunst macht.

Der letzte Biwak
Was für eine Idee, was für eine absurde Idee, mitten im Dezember eine solche Wand in Angriff zu nehmen ! Mehr noch als mit dem Sturm, der sich da entfesselte, haderte Joseph mit sich selbst. „Entfesseln  » war allerdings milde ausgedrückt : Selbst Begriffe wie Orkan, Tornado, Blizzard und Ähnliches reichten nicht aus, um dieses abscheuliche Unwetter zu beschreiben. Es schien, als ob die Berge selbst zu Boden geschmettert würden.

Pfahlbauer contra Wilhelm Tell
Die sagenhaften Pfahlbauer der schweizerischen Seen spielen eine elementare Rolle im nationalen Selbstverständnis der Schweizer. Vor genau 150 Jahren wurden die prähistorischen Seeufersiedlungen entdeckt – und erregte sensationelles Aufsehen. Fortan verdrängten dieses stolze Volk und seine dem Wasser trotzenden Dörfer in der kollektiven Vorstellung die legendären Schweizer Volkshelden und das Bild des friedlichen Berghirten. Der Jahrestag dieser Entdeckung bietet uns Gelegenheit, unsere Vorfahren aus der Stein- und Bronzezeit genauer zu beleuchten.

Aristide Bergès, Entdecker der Wasserkraft
Vor hundert Jahren starb Aristide Bergès. Gleichermaßen verehrt und umstritten, war dieser Papierfabrikant der Erste, der sich die Wasserkraft zunutze machte. Im Departement Isère wird nun bald ein Museum die Leistungen des „Vaters der weißen Kohle  » würdigen.

Sind unsere Berge zu schön ?
Dieses Echo auf die letzte Ausgabe von L’Alpe, die den Alpenstädten gewidmet war, stammt vom Geographen Grégoire Feyt, Beauftragter des Verbands der Kommunen für die Region Grenoble. Zwischen ihm und André Pitte, Redaktionsleiter von L’Alpe, entspann sich ein Dialog, der um folgende Frage kreist : Sind die Alpenstädte zur architektonischen Mittelmäßigkeit verdammt ?

Das Salz der Geschichte
Seit Tausenden von Jahren wird in den Bergen des Salzburger Landes das weiße Gold abgebaut. Aus den Tiefen des Salzbergwerks von Hallstatt holten die Menschen schon in grauer Vorzeit den kostbaren Rohstoff hervor, der ihre Mühsal mit Wohlstand belohnte. Viele Zeugnisse der Vergangenheit haben die Salinen bereits preisgegeben. Doch die jüngsten Funde in dem nach wie vor aktiven Bergwerk werfen ein neues Licht auf das florierende Geschäft der Hallstätter. Eine ansprechend gestaltete Ausstellung des Museums Bibracte in Burgund entführt uns in die „Salzwelten  ».

Der erste Bergfilm
Ein waghalsiges Unternehmen, diese Grépon-Überschreitung. André Sauvage filmte sie 1923 ohne Trickaufnahmen auf einem der schwierigsten Gipfel der Alpen in den Aiguilles de Chamonix. Das Ergebnis wurde wie eine Heldentat gefeiert und regte viele zur Nachahmung an. Von 7.780 Metern Zelluloid sind jedoch nur wenige Bilder dieses Bergfilm-Pioniers erhalten, der zu Unrecht in Vergessenheit geraten ist.

Zoo aus Stein
Verhältnismäßig spät erhielten die Berge der Alpen ihre Namen. Bis ins hohe Mittelalter hinein, als die fruchtbaren (und damit nützlichen) Gebiete und die Flüsse benannt wurden, blieben sie meist anonym. Erst im 18. Jahrhundert wurden viele Berge getauft – auf Namen, die sich oft an die „tierischen  » Bezeichnungen der Bergbewohner anlehnten.

Tradition und Geschäft in Beaucroissant
Der Jahrmarkt von Beaucroissant, der seit Jahrhunderten den Herbst einläutet, ist lebendig wie eh und je. Mit seinem bunten Treiben wirkt er wie ein Magnet auf Vieh- und Jahrmarkthändler, Bauern und landbegeisterte Städter aus der ganzen Dauphiné. Die große Anziehungskraft dieses etwas archaisch anmutenden Ereignisses erschließt sich nicht gleich. Doch der gut gewählte Zeitpunkt und eine nostalgische Schwäche für das althergebrachte Feilbieten von Waren erklären möglicherweise die Langlebigkeit dieses Marktes.

Der singende Wald
In den Ausläufern der Julischen Alpen im Norden Italiens wächst ein ganz besonderes Tonholz – das Holz, aus dem die Geigen sind. Die uralten Rottannen in den Wäldern von Tarvisio bergen ein kristallklaren Klang. Sie sichern das Auskommen der Geigenbauer von Cremona und eröffnet der Provinz Friaul neue Einnahmequellen.

Chamonix a. d. Seine
Nein, das ist nicht der Wintersportort in Savoyen, das ist wirklich die Seine, die sich am Fuße des Eiffelturms und der verschneiten Gipfel dahinschlängelt ! Diese verblüffende, hyperrealistische Darstellung, die für eine Werbekampagne geschaffen wurde, stammt von Jean-Marie Vives, einem wahren Hexer der Bildschöpfung. Bekannt wurde Vives vor allem durch seine Ausstattung des Science-Fiction-Films „Alien – Die Wiedergeburt  ».

Der Friedensbogen
Dieses beeindruckende Bauwerk an der Straße zum Mont-Genèvre vor den Toren von Susa, ist eine Hymne an die Kunst der Diplomatie. Es würdigt den Sieg des Wortes über das Schwert : den Anschluss eines strategisch immens wichtigen Gebietes und seines Volkes an das Römische Reich. In dem von einheimischen Künstlern, doch nach offiziellen Vorgaben gefertigten Friesrelief des Triumphbogens thront König Cottius in seiner neuen Eigenschaft als Präfekt an der Seite des Imperators.

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