L'Alpe

L’Alpe 26 : berg und literatur

Übersetzung : Alexandra Orgaz

L’Alpe ist die erste Zeitschrift, die sich ausschließlich dem alpinen Kulturerbe Europas widmet, und wendet sich an eine Leserschaft, die ihren Wissenshorizont erweitern und hinterfragen möchte. Ihr Ziel : über Sprachbarrieren hinweg informieren. Als Forum für Entdeckungen und Begegnungen richtet L’Alpe das Augenmerk auf die Menschen, die sich zwischen Donau und Rhône einem einzigartigen Lebensraum angepasst haben. L’Alpe weist sowohl Merkmale eines Buches als auch eines Magazins auf : Auf der einen Seite enthält L’Alpe Beiträge renommierter Autoren zu einem thematischen Schwerpunkt, die sich durch analytische Klarheit und ein hohes Niveau auszeichnen. Auf der anderen Seite erscheint L’Alpe in vierteljährlichen Abständen und bietet so hinreichend Raum für Diskussionen. Auch die vielseitige Illustration, die journalistische Neugier und der didaktische Ansatz sind Kennzeichen eines anspruchsvollen Magazins. Obwohl L’Alpe sich auf ein solides Faktenwissen stützt, erhebt die Zeitschrift keinen wissenschaftlichen Anspruch ; Geschichte, Geographie, Archäologie und Ethnologie dienen als Rahmen, um Spuren und Zeugnisse, welche die Menschen im Alpenraum hinterlassen haben, richtig einordnen zu können. Doch L’Alpe wendet den Blick nicht nur in die Vergangenheit, sondern ist auch offen für Diskussionen über die Zukunft der Alpen und der Gebirgsregionen in aller Welt.

Wo die Metaphern blühen
So unterschiedlich sich die Berge im Spiegel der Literatur auch geben, stets sind sie ein Symbol der Erhabenheit. Sagenhafter Sitz der Götter, Ort der Zuflucht und Läuterung für die Romantiker oder schlicht Herausforderung für die Alpinisten : Der Berg drängt sich als Allegorie auf und ist für Literaten ein nie versiegender Quell der Inspiration.

Utopia am Mont Aiguille
Mit einem Flügelschlag gelangt eine kleine Gesellschaft auf das Plateau des Mont Aiguille in der Dauphiné… So beginnt die Erzählung von Rétif de La Bretonne, ein utopischer Roman im Geiste der Aufklärung. Der geheimnisvolle Monolith wird in dieser fesselnden philosophischen Erzählung zur ersten „Insel der Seligen  » auf der langen Reise ins Niemandsland.

Schrecken und Schönheit
Für die Romantiker sind die Berge das zweigeteilte Wesen, das getreue Abbild der menschlichen Widersprüche. Zerstörerisch und lieblich, wandelnd zwischen Licht und Schatten, ist diese wilde Landschaft die ideale Kulisse für die Zerrissenheit des Herzens. Eine Ambivalenz, die im Mittelpunkt zahlreicher Werke steht.

Reise zum Mont-Blanc
George Sand, gebürtig aus der Provinz Berry, liebte es die Berge zu durchstreifen. Nicht ohne Grund spielen einige ihrer Romane in den Pyrenäen, der Auvergne und den Alpen. In den „Briefen eines Reisenden  » schildert sie mit Humor ihr alpines Abenteuer von 1836. Anlässlich ihres 200. Geburtstags eine Einladung an den Leser, eine gänzlich neue Seite der Schriftstellerin zu entdecken, die einst schrieb : „Ich liebe den Schwindel, die Höhen und den Abgrund  ».

Nahrung für Körper und Geist
Der Schweizer Maler Raphael Ritz ist im Laufe seiner künstlerischen Entwicklung immer wieder zu Motiven zurückgekehrt, die ihm am Herzen lagen. Davon zeugt ein berühmtes Ölgemälde, das die irdische neben der geistigen Nahrung darstellt und von dem drei sehr unterschiedliche Versionen existieren. Marie-Claude Morand zerlegt uns diese Bilder mundgerecht.

Auf der Suche nach der verlorenen Alm
Proust im Gebirge ? Eine seltsame Vorstellung. Tatsächlich aber verließ der Schriftsteller zuweilen die mondänen Pariser Salons, um sich der raueren Welt des Engadin, der Mer de Glace oder des Genfer Sees auszusetzen. Ein Jahrhundert später nimmt der Besucher die Atmosphäre dieser Orte in sich auf, an denen die Zeit stillzustehen scheint.

Der Bergroman
Als Quell literarischer Fiktion wurde das Gebirge nur sehr begrenzt ausgeschöpft. Doch ob symbolisch oder ganz konkret, als Ort der Meditation und der Reflexion über die moderne Welt, als Schauplatz für Tragödien und seelische Qualen haben die Berge einiges zu bieten, um die dichterische Phantasie zu beflügeln. Blütenlese.

Gipfelträume von Dino Buzzati
Die Tartarenwüste ist eine Steinwüste – sowohl im Leben als auch im Werk des italienischen Autors nehmen die Berge einen privilegierten Platz ein. Seine heimatlichen Dolomiten malt er dabei in den phantastischsten Farben. In den Chroniken und Tourenschilderungen von Buzzati erlangen die Gipfel eine nahezu metaphysische Dimension.

Momente intensiven Glücks
Wie so oft, hatte alles in der Buchhandlung Tschann am Montparnasse angefangen. Angezogen durch ein großartiges Foto davonfliegender Wildenten von Fulvio Roiter, sah ich den geheimnisvollen Titel „Das Jahr des Sieges  » und den Namen eines Autors, den ich nicht kannte : Mario Rigoni Stern. Dieser Name klang nach dem südlichen Mitteleuropa, nach einer Verflechtung von Norditalien und Donau. Er erinnerte eher an die Welt eines Claudio Magris als die eines Musil. Und so verhält es sich auch mit dem Glück und der erneuten Lektüre der Stern-Erzählungen.

Das Savoyen des André Kertész
Anfang der Dreißiger Jahre hielt sich der große Photograph im Tarentaise-Tal auf. Er sammelte Bilder, die einen Roman aus der Feder des Chefredakteurs der „Nouvelles littéraires  » illustrieren sollten. Der Verlag La Fontaine de Siloé hat diese Reportage, von der nur wenige Photographien bekannt waren, ausfindig gemacht und in bemerkenswerter Weise aufbereitet.

Das Savoyen des Frédéric Lefèvre
„Le Sol  » ist ein ehrlicher Heimatroman. Nicht mehr und nicht weniger. Der einstige Chefredakteur der „Nouvelles littéraires  », Frédéric Lefèvre, entwirft das Bild einiger Savoyarden, deren Bekanntschaft er 1931 während seines Aufenthaltes in der frischen Bergluft geschlossen hat. Im Laufe der Erzählung lernt man so Julie Guionnet, Papa Guste und sogar den Priester kennen, den der Photograph André Kertész in seinem Dorf hat posieren lassen. Auszüge.

Das helvetische Dreigestirn
Drei bedeutende Schriftsteller prägen die zeitgenössische Literatur der Schweiz. Obwohl Charles-Ferdinand Ramuz, Corinna Bille und Maurice Chappaz den Alpenraum in den Mittelpunkt ihres Werkes stellen, schreiben sie doch in erster Linie über das Schicksal des Menschen – und lassen so jeden Regionalismus hinter sich. Drei Autoren, die in Frankreich erstaunlich wenig bekannt sind.

Berge schreiben oder beschreiben ?
Gibt es so etwas wie Bergliteratur ? Einen Melville der Alpen ? Das Bergsteigen lässt zwar viele zur Feder greifen, doch werden durchaus nicht alle Autoren von der Muse der Gipfelwelt geküsst. Nichtsdestotrotz finden sich unter der Lawine von Tourenberichten, Bildbänden und Fachbüchern hin und wieder einige seltene Perlen.

Ein alpiner Nobelpreis
Elfriede Jelinek ist auf ihre Art eine Schriftstellerin der Berge. Doch ihre österreichischen Alpen sind keine abgekapselte Welt, die sich den Einflüssen der Industriegesellschaft entziehen kann. Sie sind von Fabriken übersät, von Skipisten zerschnitten und nur einen Steinwurf von den Autobahnen entfernt, die zur Hauptstadt führen. Ein düsteres Berggemälde.

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