L'Alpe

L’Alpe 27 : die gute bergluft

Übersetzung : Alexandra Orgaz

L’Alpe ist die erste Zeitschrift, die sich ausschließlich dem alpinen Kulturerbe Europas widmet, und wendet sich an eine Leserschaft, die ihren Wissenshorizont erweitern und hinterfragen möchte. Ihr Ziel : über Sprachbarrieren hinweg informieren. Als Forum für Entdeckungen und Begegnungen richtet L’Alpe das Augenmerk auf die Menschen, die sich zwischen Donau und Rhône einem einzigartigen Lebensraum angepasst haben. L’Alpe weist sowohl Merkmale eines Buches als auch eines Magazins auf : Auf der einen Seite enthält L’Alpe Beiträge renommierter Autoren zu einem thematischen Schwerpunkt, die sich durch analytische Klarheit und ein hohes Niveau auszeichnen. Auf der anderen Seite erscheint L’Alpe in vierteljährlichen Abständen und bietet so hinreichend Raum für Diskussionen. Auch die vielseitige Illustration, die journalistische Neugier und der didaktische Ansatz sind Kennzeichen eines anspruchsvollen Magazins. Obwohl L’Alpe sich auf ein solides Faktenwissen stützt, erhebt die Zeitschrift keinen wissenschaftlichen Anspruch ; Geschichte, Geographie, Archäologie und Ethnologie dienen als Rahmen, um Spuren und Zeugnisse, welche die Menschen im Alpenraum hinterlassen haben, richtig einordnen zu können. Doch L’Alpe wendet den Blick nicht nur in die Vergangenheit, sondern ist auch offen für Diskussionen über die Zukunft der Alpen und der Gebirgsregionen in aller Welt.

Gesunde Bergluft – ein Mythos mit langem Atem
Das Klischee von der reinigenden Wirkung der Bergluft ist zählebig. Auch heute noch wird ihre – wissenschaftlich nicht belegte – Wunderwirkung gerne beschworen. Doch sollte es sich hierbei um ein ähnliches Phänomen handeln wie die Pilgerfahrt und den Placeboeffekt ? Die fest im Volksglauben verankerte Vorstellung von den gesunden Bergen ist ein Beispiel für die stets widersprüchlichen Beziehungen zwischen Mensch und Berg.

Luft, die sich auszahlt
Die Alpen bieten einen Rohstoff, der auch heute noch gute Erträge bringt : die Bergluft. Sie ist die Zauberformel, mit der sich die Vorzüge eines Touristenorts ebenso verkaufen lassen wie die eines Waschmittels oder eines Mineralwassers. Sie ist Sinnbild für die Gesundheit schlechthin.

Den Geheimnissen der Höhenkrankheit auf der Spur
Schadet die Höhenluft den Touristen ? Mit dieser Frage beschäftigen sich eine ganze Reihe physiologischer Forschungsarbeiten, die Ende des 19. Jahrhunderts vermehrt auftauchen. Das wissenschaftliche Interesse an den Auswirkungen der Hochgebirgsluft trifft dabei auf die ökonomischen Interessen an der Vermarktung des Gebirges als Gesundheitsparadies. Ein Thema mit Zukunft.

Wohnen am Puls der Berge
Ob Chalet oder Sanatorium – die alpine Architektur der Belle Époque öffnet sich der Landschaft, der Luft und dem Licht. Großzügige Fenster und weitläufige Balkone, sonnendurchflutete Veranden und Terrassen, leichtes Mobiliar und eine dezente Ausstattung weisen auf ein neues Verhältnis zu den Bergen hin.

Portfolio : Atmosphärisches
Ganz nebenbei die unsichtbaren Vorzüge des Gebirgsklimas sichtbar machen, um Touristen anzulocken – dieser Herausforderung stellten sich Plakatkünstler schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Trotz der eingeschränkten Möglichkeiten des Genres zeugt diese bunte Bilderpalette gleichermaßen von der Blüte der Bergkurorte wie von den künstlerischen Strömungen jener Epoche und einer zunehmenden Professionalisierung der Werbesprache.

Zauberberg für Kinder
Seit 1925 für Tuberkulosekranke gesperrt, beschloss das Dorf Villard-de-Lans im Vercors, sein gutes Klima ausschließlich kranken Kindern zugänglich zu machen. Eine weise – und lukrative – Entscheidung, die zum touristischen Boom dieses neuartigen Luftkurorts beitrug.

Zuflucht und Isolation
Die großen Sanatorien zeugen noch heute von dem Kampf, der vor hundert Jahren gegen die Tuberkulose geführt wurde. Einziges Heilmittel damals : Sonne und Bergluft. Auf diesen gigantischen alpinen Kurschiffen traten die Kranken, abgeschirmt von der Außenwelt, um eine Ansteckung zu verhindern, ihre lange und ungewisse Reise der Genesung an. Eine medizinisch-soziale Vergangenheit, die den Alpenraum geprägt hat.

Schöpferischer Nährboden
Literatur lebt von der reinen Luft. Idealer Nährboden für die menschlichen Gefühlswirren, liefert die geschlossene Gesellschaft eines Sanatoriums dem Schriftsteller jede Menge Stoff. Unzählige Romane und autobiographische Berichte schildern die Träume und Ängste einer kleinen, isolierten Gemeinschaft vor der imposanten Kulisse der Alpen.

Luxus der Armen
Nach einem Aufenthalt im Sanatorium Saint-Hilaire-du-Touvet im Departement Isère verfasst der tuberkulosekranke Dichter Jean Rousselot 1942 den autobiographischen Roman „Le luxe des pauvres  » (Der Luxus der Armen). Er ist das beeindruckende Zeugnis des harten Alltags, den die Schwindsüchtigen – vom Rest der Welt abgeschnitten und einem strikten Reglement unterworfen – zwischen Leben und Tod bewältigen mussten. Zeugnis eines Lebensabschnitts.

Luft, wie sie die Künstler sehen
Atmosphärische Maler könnte man Ferdinand Hodler und Ernst Ludwig Kirchner nennen, deren Werk zu einem nicht unerheblichen Teil den Bergen gewidmet ist. Indem sie die optischen Eigenschaften der Luft visualisieren, schaffen diese beiden Künstler des beginnenden 20. Jahrhunderts einen Resonanzboden für Seelenzustände. Doch der kontemplative Symbolismus des einen und der dynamische Expressionismus des anderen könnten unterschiedlicher nicht sein.

Die Alpen – ein Herz aus Stahl
An der „frischen  » Bergwerksluft haben sich unzählige Alpenbewohner ihre Gesundheit ruiniert – und das schon in grauer Vorzeit. Doch wie hätte man diesen Schätzen widerstehen sollen, die vor der Entdeckung des „weißen Goldes  » nicht wenigen Tälern zum Wohlstand verhalfen ? Ein Ausflug in die Eisenhütten der Alpen.

Der Altai
Im abgelegensten Sibirien, eingezwängt zwischen China, Kasachstan, der Mongolei und Russland, versucht die kleine Republik Altai, Mitglied der Russischen Föderation, sich dem Bergtourismus zu öffnen. Ein Roadmovie auf dem Tschuiskij Trakt .

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