L'Alpe

L’Alpe 37 : zitadellen in den bergen

Übersetzung : Alexandra Orgaz

L’Alpe ist die erste Zeitschrift, die sich ausschließlich dem alpinen Kulturerbe Europas widmet, und wendet sich an eine Leserschaft, die ihren Wissenshorizont erweitern und hinterfragen möchte. Ihr Ziel : über Sprachbarrieren hinweg informieren. Als Forum für Entdeckungen und Begegnungen richtet L’Alpe das Augenmerk auf die Menschen, die sich zwischen Donau und Rhône einem einzigartigen Lebensraum angepasst haben. L’Alpe weist sowohl Merkmale eines Buches als auch eines Magazins auf : Auf der einen Seite enthält L’Alpe Beiträge renommierter Autoren zu einem thematischen Schwerpunkt, die sich durch analytische Klarheit und ein hohes Niveau auszeichnen. Auf der anderen Seite erscheint L’Alpe in vierteljährlichen Abständen und bietet so hinreichend Raum für Diskussionen. Auch die vielseitige Illustration, die journalistische Neugier und der didaktische Ansatz sind Kennzeichen eines anspruchsvollen Magazins. Obwohl L’Alpe sich auf ein solides Faktenwissen stützt, erhebt die Zeitschrift keinen wissenschaftlichen Anspruch ; Geschichte, Geographie, Archäologie und Ethnologie dienen als Rahmen, um Spuren und Zeugnisse, welche die Menschen im Alpenraum hinterlassen haben, richtig einordnen zu können. Doch L’Alpe wendet den Blick nicht nur in die Vergangenheit, sondern ist auch offen für Diskussionen über die Zukunft der Alpen und der Gebirgsregionen in aller Welt.

Ein’ feste Burg.. ?
Militärisches Symbol und Wohnstätte, Nutzgebäude und Märchenobjekt : die Burg hat im Laufe des Mittelalters so gut wie jede Rolle und, vor allem in den Gebirgsregionen, die unterschiedlichsten Gestalten angenommen. Hier die Entwicklungsgeschichte eines Bauwerks, das formbarer als eine Sandburg ist…

Bollwerke in Sternform
Die künstlerisch-literarische Renaissance bringt auch militärische Neuerungen mit sich. Angesichts des Fortschritts in der Artillerietechnik veralten die mittelalterlichen Festungen zusehends. Ein revolutionäres Architekturkonzept kommt daher in den Italienkriegen des 16. Jahrhunderts zum Einsatz, das hundert Jahre später von Vauban wieder aufgenommen und perfektioniert wird : Die italienische Bastionärsfestung in Form eines Sterns, die in Europa zunehmende Verbreitung findet, insbesondere südlich der Alpen, wie das Fort carré von Antibes bezeugt.

Ein Marschall auf Reisen
In den Jahren 1692 und 1700 unternimmt Sébastien Le Prestre, Marschall von Vauban, ein außergewöhnlicher Architekt und Stratege, zwei Inspektionsreisen zu den alpinen Befestigungsanlagen. Wie seine Aufzeichnungen belegen, geht sein Horizont über die Sorgen eines Ingenieurs hinaus : Sie zeigen nicht nur einen Stadtplaner, der sich um das Wohlergehen der Einwohner sorgt, sondern auch einen interessierten Humanisten mit aufgeklärtem Blick auf das Volk – eher unbekannte Züge des Mannes, der vor genau dreihundert Jahren starb und mehreren Städten (unter anderem Briançon und Mont-Dauphin) seinen Stempel aufgedrückt hat. Diese sollen 2007 von der Unesco zum Weltkulturerbe erklärt werden.

Gezähmte Haudegen
Die Festungen und Städte der Dauphiné erfahren im 18. Jahrhundert eine grundlegende Wandlung. Aus einfachen Stützpunkten für die Militäroperationen in Italien werden nach den Grenzverschiebungen von 1713 richtige Garnisonsstädte. Sehr zur Zufriedenheit der Einwohner, die über lange Zeit unter den durchziehenden Truppen leiden mussten. In ihren Dauerquartieren werden die Soldaten sesshaft. Eingebunden in das wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben, drücken sie den Städten ihren Stempel auf.

Alpiner Festungsgürtel
Aufgrund ihrer strategischen Bedeutung sind die Grenzregionen in den Alpes-Maritimes mit Festungen übersät. Die Ende des 19. Jahrhunderts errichtete Verteidigungslinie gegen Italien wird durch den Bau der Maginot-Linie in den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts verstärkt. Die massive Präsenz der Armee verändert das Nizzaer Bergland und seine Menschen dauerhaft und fördert dabei nicht nur den Handel, sondern auch die Infrastruktur der Region.

Winterposten
Menschliches Abenteuer und physische Prüfung zugleich, in den hochgelegenen Festungen zu überwintern hieß, eine ungewöhnliche Erfahrung zu machen. Zahlreiche Zeugnisse belegen dies, denn in der romantischen Abgeschiedenheit einer stürmischen Welt in Weiß wurden viele Seiten mit Tinte geschwärzt.

Den Sternen nah
Ein Adlernest bezogen erst Jean Roux, dann Renaud Bellucci und Marie-José Cuinier, als sie sich in der Festung von Cuguret im Ubaye-Tal niederließen. Mit Komfort nicht gerade üppig ausgestattet, bot das Fort seinen Bewohnern andere Freuden, und die Gelegenheit zu einem engagierten Einsatz.

Unter dem Haus der Beton…
Der Schein trügt ! In der Schweiz kann sich unter jedem Chalet und jedem Fels ein Bunker verbergen – denn hier wurden die Militärs zu Meistern der Tarnung. Ein beeindruckendes Netz von Bauwerken umschließt das Land wie einen Gürtel, eingebettet in der Landschaft oder im Fels. Sie wirken wie Sinnestäuschungen, die man durch Zufall von Straßen und Pässen aus entdeckt. Auf den Spuren des Fotografen Leo Fabrizio, der sie aufgespürt und in einem faszinierenden Werk zusammengetragen hat : Bunkers (Editions Infolio, 2004).

Renaissance der Forts
Die Aufwertung der alpinen Festungen ist derzeit an der Tagesordnung. Als künstlerisches und touristisches Erbe beworben, ziehen die ehemals militärischen Bauwerke die Aufmerksamkeit der Verbände, Institutionen und des Publikums auf sich. Seit einigen Jahren arbeiten Italien und Frankreich daran, diese Bauwerke in Begegnungs- und Kulturstätten zu verwandelt. Und verfolgen dabei vollkommen unterschiedliche Ansätze.

Portfolio
Grüezi aus der Schweiz !
Die Schweiz ist aus ihrem Dornröschenschlaf erwacht, und mit seinen Fotografien kratzt Andri Pol die Patina von Jahrhunderten ab. Als Kind einer befreiten Generation entwirft er das aktuelle, entfesselte Bild einer Gesellschaft, die sich mitten im Wandel befindet. Und was Heidiland betrifft : der jüngste der fünfzehn Heidifilme ist ein Porno…

Das Land auf dem Teller
Mit jedem Essen entfaltet sich eine kulinarische Landkarte auf unserem Tisch, jeder Wein, jeder Käse ruft das Bild seiner Heimat in uns wach. Untrennbar mit Land und Leuten verbunden, zeichnen sich viele Produkte durch eine unverwechselbare Qualität aus, verbürgt durch die Herkunftsbezeichnungen und den Schutz der Anbaugebiete. Gedanken zur Geographie des Gaumens, die zu genießerischen Reisen und zur Entdeckung der regionalen Eigenheiten einladen.


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