L'Alpe

L’Alpe 51 : Meine Heimat ist der Winter

Übersetzung   : Christiane Krieger

L’Alpe ist die erste Zeitschrift, die sich ausschließlich dem alpinen Kulturerbe Europas widmet, und wendet sich an eine Leserschaft, die ihren Wissenshorizont erweitern und hinterfragen möchte. Ihr Ziel  : über Sprachbarrieren hinweg informieren. Als Forum für Entdeckungen und Begegnungen richtet L’Alpe das Augenmerk auf die Menschen, die sich zwischen Donau und Rhône einem einzigartigen Lebensraum angepasst haben. L’Alpe weist sowohl Merkmale eines Buches als auch eines Magazins auf  : Auf der einen Seite enthält L’Alpe Beiträge renommierter Autoren zu einem thematischen Schwerpunkt, die sich durch analytische Klarheit und ein hohes Niveau auszeichnen. Auf der anderen Seite erscheint L’Alpe in vierteljährlichen Abständen und bietet so hinreichend Raum für Diskussionen. Auch die vielseitige Illustration, die journalistische Neugier und der didaktische Ansatz sind Kennzeichen eines anspruchsvollen Magazins. Obwohl L’Alpe sich auf ein solides Faktenwissen stützt, erhebt die Zeitschrift keinen wissenschaftlichen Anspruch  ; Geschichte, Geographie, Archäologie und Ethnologie dienen als Rahmen, um Spuren und Zeugnisse, welche die Menschen im Alpenraum hinterlassen haben, richtig einordnen zu können. Doch L’Alpe wendet den Blick nicht nur in die Vergangenheit, sondern ist auch offen für Diskussionen über die Zukunft der Alpen und der Gebirgsregionen in aller Welt.

Bergler im Sturm

Der Winter ist in den Alpen Sinnbild. Und das in einem Ausmaß, dass sich gleich zwei – geradezu karikaturistische – Bilder gegenüber stehen, die nicht gegensätzlicher sein könnten : Jenes des durch Schneemassen von der Außenwelt abgeschnittenen, kältegebeutelten Bergmenschen – ein Bild, welches zum Grundstock der tradierten «  Alpinist  » zählt… Und das des nach Freizeit und Natur schmachtenden Städters, der jahrein jahraus in die Berge aufbricht, um am Hang im Schnee zu tollen.

Der weiße Tod

Die Lawine ist vom Winter nicht wegzudenken. Sie ist eine dem Berg innewohnende Bedrohung, ein fester Bestandteil im Leben der Menschen hier, die ihm mit Gemeinschaftssinn begegnen. Mag sie auch heute als unannehmbar gelten, diese Gefahr ist eines der prägenden Elemente der alpinen Kultur, wie wir aus den Archiven des 18. Jahrhunderts ersehen können.

On the rocks ?

Eiswürfel im Pernod ? Erdbeersorbet ? Nichts leichter als das… Zumindest heutzutage. Früher war das nicht unbedingt so. Mit dem – zunächst durchaus umstrittenen – aus Italien kommenden Brauch, Speisen und Getränke mit Hilfe von Eis zu kühlen, begann das florienrende Geschäft mit der Kälte in den Bergen. In den Südalpen zeugen bizarre Konstruktionen von dieser Zeit : die Glacières.

Indes, des Abends …

An langen friedlichen Winterabenden machten Erzählungen von Feen, wilden Wesen, Gespenstern und Hausgeistern oder von teuflischen Tieren die aufmerksame Zuhörerschaft einst schaudern (und gelegentlich lachen), wie wir in diesen beiden Berichten erfahren.

Gefangene des Winters

Die Bewohner Vallorcines (Haute-Savoie) fanden erst 1907 aus der winterlichen Isolierung. Mit der Anbindung Chamonix an das Eisenbahnnetz wurde der Ort zu guter Letzt mit dem Rest der Welt verbunden. Eine Lebensader für ein abgeschiedenes Tal.

Lehrerin im Schnee

1921 beginnt Aimée Bigallet ihre Karriere in den Étages, einem kleinen Weiler in 1 603 Meter Höhe über dem Meeresspiegel im Haut-Vénéon, Oisans (Isère). Hier erschließen sich ihr die Welt des Hochgebirges und die Abgeschiedenheit einer kleinen Gemeinde, die durch ausgiebige Schneefälle vom Rest der Welt abgeschnitten bleibt. Während der langen Wintermonat zeichnet sie den rauhen Alltag und die Tätigkeiten dieser Bergführer–und–bauernfamilien fest. Ein packendes Zeitzeugnis, welches ab kommendem Jahr in der renommierten Zeitschrift Revue de géographie alpine Veröffentlicht wird.

Portfolio : ein Winter im Museum

Die Fotothek des Musée dauphinois verfügt über beinahe Einhunderttausend Aufnahmen ! In diesen märchenhaften Archiven zu stöbern, die mehr als ein Jahrhundert Geschichte der Bergbevölkerung umfasst, kommt einer regelrechten Schatzsuche gleich.

Laurent Chappis : «  Für eine Villa Médici im Schnee  »

Der Städtearchitekt Laurent Chappis entwirft die Berge der Zukunft. Im Alter von 95 Jahren ! Eine vielversprechende und erfrischende Vision, die mit schwerfälligen Anlagen aufräumt und den Menschen wieder ins Zentrum der Planung rückt. Eine Begegnung mit dem Architekten in Begleitung seines Freundes Jean-François Lyon-Caen, ebenfalls Architekt.

Ich hasse Schi !

Ganz im Gegensatz zur allgemein herrschenden Zwangsbegeisterung angesichts verschneiter Schihänge legt sich der Autor dieser Schmähschrift mit viel Humor für seine Andersartigkeit ins Zeug : Ja, man kann Schweizer sein und Schi nicht mögen ! Ein Kampfschrei des Herzens, der sich in die persönlichen Beiträge unserer Jubiläumsausgabe zum 10-jährigen Bestehen von L’Alpe einreiht.

Kleines ABC des Winters

Einem Liebhaber der Zeit des Rauhreifs verdanken wir dieses – natürlich nicht ganz unvoreingenommene – humorvolle Inventarium, eine Art Nachschlagewerk für Wanderer und Wilderer, das er im Zuge seiner Reisen vom Zentralmassiv über die Alpen bis nach Québec zusammengestellt hat.

Ein chinesischer Maler in den Alpen

He Yifu interpretiert die Alpen mit Pinselstrichen, die ganz von der traditionellen Kunst seines Herkunftlandes geprägt sind. Seine Werke erneuern voller Freude und Poesie unsere klassische Vision der Alpenlandschaft. Eine Ausstellung, die es in Grenoble zu entdecken gilt.

Holzkopf

Art brut, Stammeskunst aus Népal : eine Versammlung beunruhigender Masken, die dem Betrachter bis ins Verborgenste seiner Seele blicken im Musée du Quai Branly in Paris. Ahnen ? Dämonen ? Clowns ? Mystische Gestalten ? Die Ausstellung dieser frappierenden hölzernen Gesichter lädt zu einer Begegnung der befremdlichen Art ein.

L’Erba : die Saga des Grasvolkes

Auf den Spuren seiner Vorfahren, die im Trient-Tal die Walliser Berge urbar machten, hat sich Raymond Lonfat auf eine regelrechte Entdeckungsreise begeben. Ein gelungenes Abenteuer, journalistisch wie historisch betrachtet, das zur Veröffentlichung zweier großartiger illustrierter Bände geführt hat. Ein Vorspiel für eine Romanserie ?

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