L'Alpe

L’Alpe 62 : Holz in all seinen Facetten

Übersetzung : Christiane Krieger

L’Alpe ist die erste Zeitschrift, die sich ausschließlich dem alpinen Kulturerbe Europas widmet, und wendet sich an eine Leserschaft, die ihren Wissenshorizont erweitern und hinterfragen möchte. Ihr Ziel  : über Sprachbarrieren hinweg informieren. Als Forum für Entdeckungen und Begegnungen richtet L’Alpe das Augenmerk auf die Menschen, die sich zwischen Donau und Rhône einem einzigartigen Lebensraum angepasst haben. L’Alpe weist sowohl Merkmale eines Buches als auch eines Magazins auf  : Auf der einen Seite enthält L’Alpe Beiträge renommierter Autoren zu einem thematischen Schwerpunkt, die sich durch analytische Klarheit und ein hohes Niveau auszeichnen. Auf der anderen Seite erscheint L’Alpe in vierteljährlichen Abständen und bietet so hinreichend Raum für Diskussionen. Auch die vielseitige Illustration, die journalistische Neugier und der didaktische Ansatz sind Kennzeichen eines anspruchsvollen Magazins. Obwohl L’Alpe sich auf ein solides Faktenwissen stützt, erhebt die Zeitschrift keinen wissenschaftlichen Anspruch  ; Geschichte, Geographie, Archäologie und Ethnologie dienen als Rahmen, um Spuren und Zeugnisse, welche die Menschen im Alpenraum hinterlassen haben, richtig einordnen zu können. Doch L’Alpe wendet den Blick nicht nur in die Vergangenheit, sondern ist auch offen für Diskussionen über die Zukunft der Alpen und der Gebirgsregionen in aller Welt.

Wem nutzt der Wald ?

In den vergangenen 15.000 Jahren haben die Wälder der Alpen zahlreiche Höhen und Tiefen erlebt. Jahrhundertelang nutzte der Mensch diese Ressourcen, indem er ganze Hänge abholzte. Heute kann sich der Baumbestand wieder erholen. Doch die Anziehungskraft, die der Alpenraum auf Städter ausübt, birgt neue Gefahren… Das fragile Gleichgewicht des Waldes im Spannungsfeld zwischen Nutzung und Präservation.

Proletarier aller Wälder…

Langezeit waren italienische Holzfäller der Zentralen Ostalpen für die forstwirtschaftliche Nutzung des Waldes die Arbeiter erster Wahl. Heute wird dieser beschwerliche Beruf von Marokkanern, Tschechen oder Polen ausgeübt… unter häufig prekären Bedingungen.

Merkwürdige Waldmenschen

Holzfäller und Köhler sind ebenso beunruhigende wie faszinierende Randfiguren und symbolisieren eine dem Wald entsprungene Andersheit, die uns irritiert und verstört. Davon zeugt das Bild, das von ihnen in Berichten entworfen wird. Zwischen Kitsch, Schwarzmalerei und Verklärung.

Portfolio : Gipfel- (oder Wipfel-) Arbeiter

Für Rodungsarbeiten auf den Hängen des Vercors wurden letzten Winter aus dem Osten tschechische und slowakische Holzarbeiter geholt. Der Fotograf Emmanuel Breteau aus dem Trièves, dessen Neugier durch ihre Arbeit geweckt worden war, ist ihnen gefolgt. Eine berührende Begegnung und ein packendes Zeugnis im Schatten des von einem vorzeitigen Winter in Weiß getauchten Mont Aiguille.

Abgetriftet !

Jahrhundertelang sind Flößer durch die Wasserläufe der Alpen navigiert. Auf zu Flößen gebundenen Baumstämmen reitend bändigten sie die Flüsse, um Tonnen von Holz in die Städte zu verfrachten. Eine riskante Aufgabe, die großes Geschick und viel Erfahrung erfordert. Die Geschichte eines verkannten Berufs.

Der weite Weg zum Meer

In den Alpes-Maritimes musste das Holz aus dem Gebirge aufgrund der überaus komplexen Topografie mühsam zum Meer transportiert werden. Dort galt es natürlich, Schiffswerften aber auch den Bau von Eisenbahnlinien oder Zimmerer mit Material zu beliefern. Eine von zahlreichen Turbulenzen gebeutelte Branche…

Praktisch : Mensch und Holzwirtschaft

Von den Alpes-Maritimes bis Bayern, vom Kanton Waadt bis zum Trentino : alle wichtigen Adressen, um die Wälder der Alpen und die Berufe rund ums Holz zu entdecken.

Die Macht der Vorstellungsgabe

Die Kreativität der Bergler in Sachen Holzarbeiten ist nichts Neues. Die Möbel und Skulpturen des Queyras oder aus dem Aostatal zeugen hiervon zur Genüge. Dennoch kommt es hin und wieder vor, dass man beim einen oder anderen Urgestein der Alpen auf kleine unaufdringliche Kostbarkeiten stößt. So zum Beispiel bei Paulin Gilly im Ubaye-Tal.

Holz in seinem ganzen Facettenreichtum

Die Lebensweise der Bergler ist nicht in Stein, sie ist in Holz gemeißelt. Von Anfang an hat es verstanden, sich unentbehrlich zu machen, sich in Lebensräume zu drängen, munter von außen ins Innerste vorzudringen und Berufungen zu erwecken, in denen Wissen und Fertigkeiten Fortbestand haben und denen Schöpfungskraft entspringt. Vom Wursttrichter zur Hightech-Lautsprecherbox, ein Inventar à la Jacques Prévert.

Alpines Rascheln

Wurde Damenwäsche in den Alpen erfunden ? Mit Marken wie Valisère oder Lou hat die Region, die auf eine lange textile Tradition zurückblicken kann, eine Pionierrolle inne. Die Dessous des Département Isère, eine Ausstellung des Musée dauphinois, enthüllt 100 Jahre Herstellung von Unterbekleidung. Eine kleine Geschichte der Mode- und der Damenwelt, die zwangsläufig auch von sozialen Fragen und Industrialisierung erzählt.

Alpen anderswo : die Kontroverse um den Yosemite

In das öko-politisch-philosophische Duell zwischen den Schriftstellern John Muir und Mary Hunter Austin wurden unfreiwilligerweise Hirten hineingezogen, die Ende des 19. Jahrhunderts riesige Schafherden im Westen der USA hüteten – eine Kontroverse, die auch heute noch ihren Nachhall findet.

Stacheldraht in der Prairie ?

The Flock (die Herde) : dieses Werk von Mary Hunter Austin erzählt vom Alltag der vorwiegend auf Almen lebenden Hirten, die die Autorin in der Sierra Nevada beim Almauf- und -abtrieb begleitete. eingefangen von der Beziehung zwischen Natur und Mensch macht sich die Amerikanerin zur Anwältin einer schon damals vom Aussterben bedrohten Lebensweise. Vorabauszug der in Arbeit befindlichen Übersetzung ins Französische.

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