L'Alpe

L’Alpe 70 : Schüler der Berge

Übersetzung : Christiane Krieger

L’Alpe ist die erste Zeitschrift, die sich ausschließlich dem alpinen Kulturerbe Europas widmet, und wendet sich an eine Leserschaft, die ihren Wissenshorizont erweitern und hinterfragen möchte. Ihr Ziel  : über Sprachbarrieren hinweg informieren. Als Forum für Entdeckungen und Begegnungen richtet L’Alpe das Augenmerk auf die Menschen, die sich zwischen Donau und Rhône einem einzigartigen Lebensraum angepasst haben. L’Alpe weist sowohl Merkmale eines Buches als auch eines Magazins auf  : Auf der einen Seite enthält L’Alpe Beiträge renommierter Autoren zu einem thematischen Schwerpunkt, die sich durch analytische Klarheit und ein hohes Niveau auszeichnen. Auf der anderen Seite erscheint L’Alpe in vierteljährlichen Abständen und bietet so hinreichend Raum für Diskussionen. Auch die vielseitige Illustration, die journalistische Neugier und der didaktische Ansatz sind Kennzeichen eines anspruchsvollen Magazins. Obwohl L’Alpe sich auf ein solides Faktenwissen stützt, erhebt die Zeitschrift keinen wissenschaftlichen Anspruch  ; Geschichte, Geographie, Archäologie und Ethnologie dienen als Rahmen, um Spuren und Zeugnisse, welche die Menschen im Alpenraum hinterlassen haben, richtig einordnen zu können. Doch L’Alpe wendet den Blick nicht nur in die Vergangenheit, sondern ist auch offen für Diskussionen über die Zukunft der Alpen und der Gebirgsregionen in aller Welt.

Das Dossier

Debatte

Unterricht im Schnee und im Grünen

Erziehung am Berg

In den 50er-Jahren führte eine gesundheitshörige Lebenseinstellung Millionen Kinder auf den Pfad der Berge. Dieser Quell der Tugend ist inzwischen versiegt, doch der Berg bleibt eine sagenhafte Schule. Die der Natur, nach der die Kinder von heute als regelrechte Asphaltblumen ein elementares Bedürfnis haben. So besinnt man sich wieder auf die Möglichkeiten der Politik und auf Bürgerinitiativen, die versuchen, den – mittlerweile leider lose gewordenen – Faden wieder aufzunehmen. Ein Beitrag von Claude Comet, Gründerin der Zeitschrift Alpes Magazine und Abgeordnete des Departement Haute-Savoie.

LAlpe-70-05-Colporteurs-en-écritureHausierer in Sachen Schrift

Die Feder am Hut stiegen die Wanderschullehrer von ihren Hochtälern hinab, um – wie die Hanfhechler, Käsehändler und Scherenschleifer – ihre Dienste auf den Märkten feilzubieten. Wer waren diese Wissensvermittler ? Und inwiefern offenbaren sie eine alpine Kultur ? Ein Beitrag von Anne-Marie Granet-Abisset, Geschichtsprofessorin der Universität Grenoble.

Einmal um die Alpen aus zwei verschiedenen Perspektiven

Aus Schulbüchern erfahren wir viel darüber, wie sich die Gesellschaft einer bestimmten Epoche wahrnimmt und organisiert. Kann man sich ein neutraleres Thema denken als die Geographie der Alpen mit ihren Gipfeln und Tälern ? Und dennoch… der Vergleich zweier Lesebücher aus der Zeit der dritten Republik in Frankreich – das eine von einem weltlichen Autor verfasst, das andere von einem Katholiken – ist in dieser Hinsicht recht aufschlussreich. Ein Beitrag von Christian Amalvi, Professor für zeitgenössische Geschichte an der Universität Montpellier.

LAlpe-70-07-Former-les-maîtresLehrerausbildung : ein alpines Experiment

Dormillouse, ein kleines Dorf im Departement Hautes-Alpes, ist die ungewöhnliche Wiege der Lehrerausbildung in Frankreich. Félix Neff, ein protestantischer Pastor, gründete hier bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts eine der ersten pädagogischen Hochschulen des Landes. Ein Pioniersakt ! Von Loïc Chalmel, Professor für Erziehungswissenschaft an der Universität Haute-Alsace.

REPORTAGE

Schulbank auf dem Bauernhof

Die Familie Rogeri hat sich entschlossen, ihre vier Kinder selbst zu unterrichten. Eines davon ist Calixte, 16 Jahre alt und schon heute ein sehr talentierter botanischer Fotograf, der die gesamte Redaktion mit seinen Bildern bezaubert hat. Alltag eines Bauernsohnes im Nationalpark Mercantour. Der Almauftrieb folgt seinem Rhythmus, der Unterricht einem anderen. Wie lässt sich das vereinbaren ? Ein Beitrag von Caroline Audibert, Journalistin und Philosophin.

LAlpe-70-08-Portfolio-objets-madeleinesSüße Erinnerungsstücke oder eloquente Zeitzeugen ?

Sie besitzen ohne jeden Zweifel ihren Charme, diese Tintenfässer, Federmäppchen und Schulranzen, die aus der Sammlung vier großer Museen stammen (Bozen, Genf, Grenoble und Innsbruck). Doch was vermögen diese Objekte uns über die Rührung hinaus, die wir alle angesichts des Dufts der Kindheit verspüren, über das Schulwesen in den Alpen im Lauf der Jahrhunderte zu erzählen ? Von Federica Tamarozzi, Ethnologin und Denkmalpflegerin.

& außerdem

Ausstellung

Jules Flandrin : der Maler und das Autochromverfahren

1907 ist die Farbe nicht mehr nur den Malern vorbehalten, sie ist nunmehr auch Fotografen zugänglich. Die Brüder Lumière vermarkten das Autochromverfahren, mit dem erstmals Farbdiapositive hergestellt werden können. Ein Maler wie Jules Flandrin konnte nicht anders als sich für dieses neue Verfahren zu interessieren. Seine fotografischen Versuche sind nun in einer fantastischen Ausstellung im Musée Dauphinois zu sehen. Ein Beitrag von Valérie Huss, Kunsthistorikern.

LAlpe-70-11-Le-peintre-et-lautochromeAusstellung

Verrückt nach Farbe

Das Jahr des Lichts verpflichtet (oder ist es nur eine Laune des Kalenders?) : auch das Musée gruérien in Bulle (Schweiz) stellt derzeit Autochromplatten aus dem Alpenraum aus. Der Titel der Ausstellung huldigt mit einem Augenzwinkern dem großen amerikanischen Fotografen Alfred Stieglitz, der 1907 in der Revue Photography schrieb : „Bald wird die ganze Welt verrückt nach Farbe sein… und Lumière ist schuld.“ Von Christophe Mauron, Konservator am Musée gruérien in Bulle.

Reportage

Tagebuch einer Sennerin am Matterhorn

Kühe hüten in den Höhelagen von Zermatt ? Keine leichte Aufgabe ! Drei Sommer lang versuchte sich eine idealistische (aber gut geerdete!) Studentin in der Rolle einer Sennerin auf diesen letzten Almen im eidgenössischen Touristenidyll. Zwischen kleinen Freuden und großer Erschöpfung. Ein erstaunliches Tagebuch. Und eine erstaunliche Reise. Von Manon Wallenberger, freies Elektron.

LAlpe-70-14-Artistes-ou-scientifiques-?Alpen fernab

Künstler oder Wissenschaftler ?

Der Himalaya faszinierte die Brüder Schlagintweit. Zwischen 1854 und 1858 wagten sich die drei Münchner Forscher ins Abenteuer. Als zuverlässige Wissenschaftler brachten sie vom Dach der Welt Zeichnungen und Aquarelle zurück, die sich sowohl durch ihre Genauigkeit als auch durch ihren künstlerischen Wert auszeichnen. Das Alpine Museum des deutschen Alpenvereins in München widmet ihnen nun eine fesselnde Ausstellung. Von Stephanie Kleidt, Kunsthistorikerin.

(pour toute question plus personnelle nécessitant une réponse de la rédaction, merci de cliquer plutôt sur le lien "Contacts" situé dans le bandeau bleu en haut de page).