L'Alpe

L’Alpe 76 : Die großen Erbauer

Übersetzung : Christiane Krieger

L’Alpe ist die erste Zeitschrift, die sich ausschließlich dem alpinen Kulturerbe Europas widmet, und wendet sich an eine Leserschaft, die ihren Wissenshorizont erweitern und hinterfragen möchte. Ihr Ziel  : über Sprachbarrieren hinweg informieren. Als Forum für Entdeckungen und Begegnungen richtet L’Alpe das Augenmerk auf die Menschen, die sich zwischen Donau und Rhône einem einzigartigen Lebensraum angepasst haben. L’Alpe weist sowohl Merkmale eines Buches als auch eines Magazins auf  : Auf der einen Seite enthält L’Alpe Beiträge renommierter Autoren zu einem thematischen Schwerpunkt, die sich durch analytische Klarheit und ein hohes Niveau auszeichnen. Auf der anderen Seite erscheint L’Alpe in vierteljährlichen Abständen und bietet so hinreichend Raum für Diskussionen. Auch die vielseitige Illustration, die journalistische Neugier und der didaktische Ansatz sind Kennzeichen eines anspruchsvollen Magazins. Obwohl L’Alpe sich auf ein solides Faktenwissen stützt, erhebt die Zeitschrift keinen wissenschaftlichen Anspruch  ; Geschichte, Geographie, Archäologie und Ethnologie dienen als Rahmen, um Spuren und Zeugnisse, welche die Menschen im Alpenraum hinterlassen haben, richtig einordnen zu können. Doch L’Alpe wendet den Blick nicht nur in die Vergangenheit, sondern ist auch offen für Diskussionen über die Zukunft der Alpen und der Gebirgsregionen in aller Welt.

DOSSIER

Neue Straßen für die römischen Alpen

Um ihr Imperium zu vereinigen und Gallien, Germanien und Italien zu verbinden, haben die Römer über den gesamten Alpenbogen ein dichtes Verkehrswegenetz gezogen, das die strategischen Pässe kennzeichnet und zahlreiche Kunstwerke beinhaltet. Die Via Domitia, der Kleine und der Große Sankt Bernard, die Römerstraße im Oisans, jeder dieser Wege erleichterte dem Imperium und seiner Verwaltung die militärische und wirtschaftliche Expansion. Eine Rückblende auf die Entstehung dieser Straßenkarte. Von Jean-Pascal Jospin, Chefkonservator und Leiter des Archäologischen Museums Grenoble Saint-Laurent.

Lesdiguières, der große Architekt der Dauphiné

Ein brüllender Löwe unter einem Band mit drei Rosen ziert die Waffen des Herzogs von Lesdiguières. Als echter Löwe (oder vielmehr Fuchs) verstand es der herausragende protestantische Befehlshaber, die Dauphiné von Grund auf zu erneuern und hier die Königsmacht zu installieren. War das 17. Jahrhundert das Jahrhundert der Dynastie der Lesdiguières, so wird 2017 ein Gedenkjahr, das dem Werk dieses letzten Konnetabels von Frankreich im Departement Isère ein umfangreiches Programm mit Ausstellungen, Kolloquien und Begegnungen widmet. Ein Rückblick auf das vielgestaltige Werk eines unermüdlichen Erbauers. Von Stéphane Gal, Forscher und Dozent für moderne Geschichte an der Université Grenoble Alpes.

Die Kunst der Verteidigung von Vauban bis Bourcet

Der Krieg in den Bergen will gut vorbereitet und durchdacht sein. Dieser Aufgabe sollten sich zwei große militärische Strategen unter Ludwig XIV und Ludwig XV widmen : Sébastien le Prestre, alias Vauban, und ein Kind der Alpen, der Offizier und Geograph Pierre-Joseph de Bourcet. Zwei unterschiedliche Visionen vom Krieg, doch ein-und dieselbe Analyse der Herausforderungen des Geländes und ein- und dasselbe Ziel : die Verteidigung des Alpen modernisieren. Ein Beitrag von Nicolas Morestin, ehemaliger assistierender Konservator am Musée d’Orange und Diplom-Historiker.

Der Traum eines modernen Nizza

Der Marquis de Saint-Marsan ist eine Gestalt, die in den Geschichtsbüchern kaum Erwähnung findet. Dabei war es dieser Gouverneur von Nizza, der im ausklingenden 17. Jahrhundert die Modernisierung der Route Royale in die Hand nahm, welche die Grafschaft Nizza mit seiner damaligen Hauptstadt Turin verbinden sollte. Sein Ziel : Er wollte Nizza zu einem europäischen Handelszentrum machen, das mit Genua und Marseille konkurrieren konnte … Von Jean-Loup Fontana, Chefkonservator.

Hautes-Alpes : Ein Departement erfindet sich

Ladoucette war gerade mal dreißig Jahre alt, als er zum Präfekten des Departement Hautes-Alpes ernannt wurde. In diesem erst kurz zuvor geschaffenen Departement gilt es alles neu zu denken. Ladoucette entwickelt einen – zu dieser Zeit äußerst ungewöhnlichen – globalen Ansatz für die Verwaltung des Gebietes, der dem Warenverkehr ebenso Rechnung tragen sollte wie Schulen oder Pflegeheimen. Oberste Priorität hatte für ihn jedoch, das Departement mit der Außenwelt zu verbinden. Portrait eines Wegbereiters. Von Jean-Loup Fontana, Chefkonservator.

Im Rampenlicht

Grenoble und sein Turm : eine Geschichte für sich… Der alpine Aussichtsturm aus Stahlbeton, den der große Architekt Auguste Perret 1925 im Herzen der Stadt erbaute, dürfte (endlich!) instand gesetzt werden. Leslie Cunningham, eine weitere Architektin, hat die zahllosen Nuancen in einer Symphonie von Stimmungen und Farben eingefangen. Ein Lichtspiel. Von Jean Guibal, Verlagsleiter von L’Alpe und Leslie Cunningham, Architektin und Fotografin.

Ist der Plan aufgegangen ?

Während der Trente Glorieuses, der goldenen Wirtschaftsjahre in Frankreich, setzt die Regierung auf Wintersport und stellt gleich mehrere Erschließungspläne auf die Beine. Ein ehrgeiziges Vorhaben, das aus dem Nichts heraus Dutzende Wintersportstationen im Hochgebirge hervorbrachte. Ein Rückblick – 50 Jahre nach der Entstehung von Courchevel – auf eine, gelinde gesagt, offensive Raumplanungspolitik mit Seitenblick auf die eidgenössischen und österreichischen Alternativen. Ein Beitrag von Emmanuelle George-Marcelpoil, promovierte Ökonomin, Hugues François, promovierter Raumplaner, und Coralie Achin, Dr.in der Raumwissenschaften.

& AUSSERDEM

PORTFOLIO

Grenzenlos

Das Musée de l’Élysée in Lausanne ist eine der wichtigsten kulturellen Institutionen der Welt der (sein Name lässt es kaum vermuten!)… Fotografie. Dieses Frühjahr widmet es den Alpen eine Ausstellung, in der erstmals an die 300 Abzüge gezeigt werden, die zu Dreivierteln aus den hauseigenen Sammlungen stammen. Diese Zeitdokumente, die von 1840 bis in unsere Zeit reichen, zeigen uns die Erschließung der Welt des Hochgebirges mit dem Auge des Fotografen. Majestätisch ! Von Daniel Girardin, Chefkonservator am Musée de l’Élysée, und Pascal Kober, Chefredakteur der Zeitschrift L’Alpe.

ALPEN ANDERSWO

«  Swiss made  » in der Normandie

Jedem sein Gebirge ! Ein hügeliges Gelände, leuchtend-grüne Weiden, eine weit zurück reichende Tradition in der Käseherstellung, mehr bedurfte es der Träume produzierenden Werbebranche nicht, um das Schweizer Idyll in diesen Winkel der Normandie zu verpflanzen und ihn «  Normannische Schweiz  » oder die «  Kleine Schweiz  » zu taufen. Für alle Freunde geografischer Abkürzungen … Von Guillaume Lebaudy, Ethnologe.

AUSSTELLUNG

Die moderne Venus : geliebtes Kopftuch

Diesem kleinen Stoffviereck, das lange Bäuerinnen und Arbeiterinnen vorbehalten blieb, gelang es letztlich als Symbol der Weiblichkeit zum unerlässlichen Accessoire der Verführung aufzusteigen, und es wird seither von den großen Modehäusern in Szene gesetzt. Das Museo Nazionale della Montagna in Turin hat sich dieses Umstands angenommen und eine Sammlung von Kopftüchern mit Motiven rund um die Gipfelwelt angelegt. Eine Ausstellung, die uns wie ein zweifacher Spiegel die Geschichte des Bildes der Frau sowie die der Berge offenbart. Von Silvia Vacirca, Dozentin der Modegeschichte im Film an der Universität La Sapienza in Rom.

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