L'Alpe

L’Alpe 79 : Landschaften. Fenster zur Welt

Übersetzung : Christiane Krieger

L’Alpe ist die erste Zeitschrift, die sich ausschließlich dem alpinen Kulturerbe Europas widmet, und wendet sich an eine Leserschaft, die ihren Wissenshorizont erweitern und hinterfragen möchte. Ihr Ziel  : über Sprachbarrieren hinweg informieren. Als Forum für Entdeckungen und Begegnungen richtet L’Alpe das Augenmerk auf die Menschen, die sich zwischen Donau und Rhône einem einzigartigen Lebensraum angepasst haben. L’Alpe weist sowohl Merkmale eines Buches als auch eines Magazins auf  : Auf der einen Seite enthält L’Alpe Beiträge renommierter Autoren zu einem thematischen Schwerpunkt, die sich durch analytische Klarheit und ein hohes Niveau auszeichnen. Auf der anderen Seite erscheint L’Alpe in vierteljährlichen Abständen und bietet so hinreichend Raum für Diskussionen. Auch die vielseitige Illustration, die journalistische Neugier und der didaktische Ansatz sind Kennzeichen eines anspruchsvollen Magazins. Obwohl L’Alpe sich auf ein solides Faktenwissen stützt, erhebt die Zeitschrift keinen wissenschaftlichen Anspruch  ; Geschichte, Geographie, Archäologie und Ethnologie dienen als Rahmen, um Spuren und Zeugnisse, welche die Menschen im Alpenraum hinterlassen haben, richtig einordnen zu können. Doch L’Alpe wendet den Blick nicht nur in die Vergangenheit, sondern ist auch offen für Diskussionen über die Zukunft der Alpen und der Gebirgsregionen in aller Welt.

DOSSIER

Berge versetzen

Chimäre, Mythos oder Wirklichkeit ? Lange war die Fähigkeit, Berge zu heben, sie dem Erdboden gleichzumachen oder sich aus ebener Erde erheben zu lassen ein allein Göttern zugesprochenes Attribut. Der Berg ist nachgerade das Sinnbild des Unverrückbaren. Heute jedoch ist er nicht mehr den Göttern vorbehalten. Denn der Mensch hat nicht nur gelernt, ihn zu umgehen, zu überqueren und nachzubilden sondern gar ihn nach eigenem Gutdünken zu formen. Von Sylvain Jouty, Autor.

AUSSTELLUNG

Die Alpen wie Jean de Beins sie sah

Landschaft und Kartographie

Wollte man die Liste der Kostbarkeiten der Dauphiné erweitern, könnte man die Karten hinzufügen, die der Geograph Jean de Beins unter der Regentschaft Heinrich IV erstellte. In ihrer einzigartigen Klarheit ermöglichen sie es ihrem Betrachter in das alpine Leben zu Beginn des 17. Jahrhunderts einzutauchen. Statt sich mit der Verortung von geographischen Punkten zu begnügen, verstand es der Kartograph, Städte und deren Verteidigungssysteme, Täler und deren Kulturen, Flüsse und deren Furten, ja sogar Armeen und deren Strategen in Szene zu setzen. Diese außergewöhnlichen und bisher unveröffentlichten Dokumente kann man nun im Musée de l’Ancien Évêchée entdecken ! Ein Beitrag von Perrine Camus, Doktorantin für moderne Geschichte an der Université Grenoble-Alpes.

Eine Geographie der Wörter

Die Toponomastik ist ein wunderbares Medium zur Konservierung vergangener Landschaften. Den Ursprung von Ortsnamen wiederzuentdecken, die heute auf Karten und Ortsschildern zu finden sind, ermöglicht es, den Orten, die wir vor lauter Daranvorbeifahren nicht mehr sehen, wieder einen Sinn zu geben. Tatsächlich gibt es unzählige Toponyme, die eine Besonderheit der Landschaft zum Zeitpunkt seines Entstehens zur Geltung bringen, einen Aspekt, der die Zeiten vielleicht überdauert hat, vielleicht aber auch im Zuge von Raumplanung und Flurbereinigung ausradiert wurde. Ein Spaziergang durch die Wortlandschaften der Alpen. Von Jeanine Élisa Médélice, emeritierte Professorin der Université Grenoble-Alpes.

EXPOSITION

Der Künstler Paul Cabaud und seine Muse

Seine Muse ist die Landschaft um den See von Annecy. Ein Spielplatz, den der viel zu unaufdringliche Landschaftsmaler bis in die letzten Winkel erkundet. 1878 nimmt er sogar an der erstaunlichen Schatzsuche teil, die Camille Dunant, der dortige Sektionschef des Club Alpin Français (Alpenverein Frankreich) rund um verschiedene Kunstwerke organisiert. Bericht über ein künstlerisch-alpines Abenteuer, dessen Trophäen (Skizzen, Fotos, Gemälde etc.) im Burgmmuseum von Annecy bewundert werden können. Von Sophie Marin, Kustodin der Kunstsammlungen der Museen von Annecy.

PORTFOLIO

Momentaufnahmen in der Schwebe

Was tun, wenn man dazu eingeladen wird, eine Woche in einem Wintersportort zu verbringen, man aber gar nicht Ski fährt ? Der Fotograf Jean-Pierre Angei nahm dies zum Anlass, vom Skilift aus über den Pisten schwebend zu Fotografieren ! Von Pascal Kober, Chefredakteur von  L’Alpe.

Hinten Augen haben

Retrolandschaften, was ist das ? Mithilfe von Verkehrsspiegeln in den Alpen der Dauphiné fotografiert Jean-Louis Roux nicht nur, was sich vor ihm darbietet, sondern vor allem auch das hinter ihm liegende. Eine raffinierte Methode, die Baulichkeit von Landschaften und die Kunst des Fotografierens an sich zu hinterfragen. Ein Beitrag von Jean-Louis Roux, Kunst- und Literaturkritiker, Schriftsteller und Poet.

Die Metamorphosen des Sankt Gotthard

Landschaft in Bewegung, steinerner Koloss, Schauplatz pharaonischer Bauarbeiten – der Sankt Gotthard ist eine der großen Ikonen der Schweizerischen Eidgenossenschaft. Die Geschichte dieses Massivs ist gleichsam Sinnbild für unsere Beziehung zu einem Berg, den für unsere Zwecke zu erschließen wir nicht müde werden und den wir doch als letzte Bastion einer «  natürlichen Natur  » sehen wollen. Von Christophe Girot, Landschaftsarchitekt und Professor an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich.

& AUSSERDEM

DEBATTE

Barcelonnette in den Farben des Mercantour

Revolution ! Während die Mehrheit der savoyardischen Volksvertreter dem Nationalpark Vanoise ablehnend gegenüber stehen, fordert Barcelonnette, eine kleine Stadt im Departement Alpes-de-Haute-Provence, ihrerseits, in den Mercantour aufgenommen zu werden. Eine Premiere in der bewegten Geschichte der Nationalparks. Handelt es sich hier um einen echten Gesinnungswandel oder einfach um eine Frage der Zweckmäßigkeit ? Hinter dem Tagesgeschehen verbergen sich der Stellenwert des Umweltschutzes in der Regionalpolitik und die Forderung nach einem sanften Tourismus. Von Éliane Patriarca, unabhängige Journalistin mit Schwerpunkt Umweltschutz.

SCHÖNE BLÄTTER

Grenoble 1968 : Kultur als Faustpfand

1968 ist Ausnahmejahr und olympisches Jahr zugleich und wird zum Wendepunkt für Grenoble, das zum Austragungsort der Olympischen Winterspiele auserkoren wird. Auch wenn es sich in erster Linie um ein Sportereignis handelt, werden die Olympischen Spiele zum Ausgangspunkt für eine grundlegende Wandlung der Stadt, die sich mehr denn je als Vorreiterin versteht. Im Gefolge der Spiele etabliert sich eine kühne Kulturpolitik. Was ist 50 Jahre später von diesem Erbe geblieben ? Ein Beitrag von Guy Saez, emeritierter Forschungsdirektor am CNRS an der Politischen Hochschule Grenoble.

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