L'Alpe

L’Alpe 29 : bahnen sich in den Alpen neue Wege an?

Übersetzung : Alexandra Orgaz


L’Alpe
ist die erste Zeitschrift, die sich ausschließlich dem alpinen Kulturerbe Europas widmet, und wendet sich an eine Leserschaft, die ihren Wissenshorizont erweitern und hinterfragen möchte. Ihr Ziel : über Sprachbarrieren hinweg informieren. Als Forum für Entdeckungen und Begegnungen richtet L’Alpe das Augenmerk auf die Menschen, die sich zwischen Donau und Rhône einem einzigartigen Lebensraum angepasst haben. L’Alpe weist sowohl Merkmale eines Buches als auch eines Magazins auf : Auf der einen Seite enthält L’Alpe Beiträge renommierter Autoren zu einem thematischen Schwerpunkt, die sich durch analytische Klarheit und ein hohes Niveau auszeichnen. Auf der anderen Seite erscheint L’Alpe in vierteljährlichen Abständen und bietet so hinreichend Raum für Diskussionen. Auch die vielseitige Illustration, die journalistische Neugier und der didaktische Ansatz sind Kennzeichen eines anspruchsvollen Magazins. Obwohl L’Alpe sich auf ein solides Faktenwissen stützt, erhebt die Zeitschrift keinen wissenschaftlichen Anspruch ; Geschichte, Geographie, Archäologie und Ethnologie dienen als Rahmen, um Spuren und Zeugnisse, welche die Menschen im Alpenraum hinterlassen haben, richtig einordnen zu können. Doch L’Alpe wendet den Blick nicht nur in die Vergangenheit, sondern ist auch offen für Diskussionen über die Zukunft der Alpen und der Gebirgsregionen in aller Welt.

Menschen zusammenführen,
Berge schützen
Über die heute maßgebliche Frage des Güterverkehrs hinaus betrifft der transalpine Verkehr in erster Linie die Menschen und die Regionalentwicklung. So bieten die vier geplanten Basistunnel wieder einmal eine Chance, Raumplanung und Zukunft der Alpen anders zu gestalten.

Transalpine Schienenverbindungen
Die großen Verkehrsachsen, heute und morgen, im gesamten Alpenraum. Thomas Lemot erstellte diese ungewöhnliche Karte für L’Alpe .

Geopolitische Geschichte
des alpenquerenden Verkehrs
Seit Menschengedenken sind die Alpen überschritten, durchquert und durchfahren worden. Austausch und Veränderung waren die Folge dieses transalpinen Verkehrs, der, untrennbar mit der europäischen Geschichte verbunden, je nach Epoche starken Schwankungen unterworfen war.

Der erste Alpentunnel
Im Jahr 1480 wird auf einer Höhe von 2850 m der „Buco di Viso  » gegraben : ein gewaltiges Unterfangen, das Teil einer raffinierten Handels- und Militärstrategie ist. Und ein wegweisendes Projekt in der grenzüberschreitenden Verbindung zwischen Frankreich und Italien.

Auf dem stählernen Ross
durch die Alpen
Die Erschließung der Alpen durch die Eisenbahn ist eine unendliche Geschichte, die heute mit dem Bau der Basistunnel ihre Fortsetzung findet. Technischer Fortschritt und wirtschaftliche oder politische Interessen verschmolzen im Laufe der Zeit und brachten ein vielfältiges Schienennetz hervor : von den großen internationalen Transversalen bis zu den kleinen, bei den Touristen sehr beliebten Zahnradbahnen wurden die unterschiedlichsten Bahnwege geschaffen.

Mit den Bergleuten
im Inneren des Lötschbergs
Der Durchbruch des Lötschbergtunnels im April letzten Jahres kündigte die baldige Fertigstellung eines gigantischen Bauprojekts an. Wenn alles gut geht, werden Ende 2007 mit Lastwagen beladene Züge unter den Alpen zwischen Bern und Wallis hindurchbrausen. In Wasser, Dreck und Lärm entstand diese Reportage über die Menschen, die Berge versetzen.

Portfolio : Durchbruch
Am Lötschberg hat der Schweizer Fotograf Bernard Dubuis den Alltag der Menschen, ihrer Arbeit und der Abläufe einer riesigen Baustelle dokumentiert. Ein sehr technisches, monumentales Thema betrachtet aus einer radikal humanistischen Perspektive, die den Arbeiter in den Mittelpunkt stellt.

Von Maschinen und Menschen
Einen Berg zu durchbohren ist ein ehrgeiziges Unternehmen. Wo früher mit reiner Muskelkraft und Stahlpickeln gearbeitet wurde, sind mittlerweile Arbeitsgeräte im Einsatz, die immer perfekter werden. Auch die Verfahrenstechniken entwickeln sich aufgrund der unterschiedlichen Verhältnisse vor Ort und des gigantischen Umfangs der neuen Tunnelprojekte stetig weiter.

Tod am Sankt Gotthard
Hunderte von Bergleute starben beim Bau des zweiten Eisenbahntunnels der Alpen : Würmer in den Eingeweiden ließen sie völlig ausbluten. Unmenschliche Arbeitsbedingungen wie extreme Hitze, Feuchtigkeit und das Zusammenleben auf engstem Raum erklären die Verbreitung dieser tropischen Parasiten.

Vier große Projekte bis 2020
Vier neue Eisenbahn-Basistunnel lassen die Existenz der Alpen bald vergessen : Bis 2015-2020 werden vier Hochgeschwindigkeitsstrecken die Alpen durchziehen, Distanzen überbrücken und die europäischen Kulturen zusammenführen – ohne die schädlichen Auswirkungen des Autoverkehrs. Während der Lötschberg und der Gotthard in der Schweiz bereits in Arbeit sind, stecken die Verbindungen Lyon-Turin unter dem Matterhorn und München-Verona unter dem Brenner noch in den Kinderschuhen. Eine Bestandsaufnahme.

Die „wahren Kosten  » des Verkehrs
Dieses Dauerthema steht im Mittelpunkt der Überlegungen zu den großen transalpinen Eisenbahnlinien. Weniger eine wirtschaftliche, politische oder gar ökologische Frage, geht es hierbei vielmehr um die gesellschaftlichen Auswirkungen. Demonstration anhand des Projekts Lyon-Turin.

Der Schlüssel zum Erfolg
Politische Maßnahmen besser koordinieren : Für die hinreichende Auslastung der neuen Eisenbahnwege in den nächsten fünfzehn Jahren ist dies eine unabdingbare Voraussetzung. Offene Worte eines Experten für Fragen des alpinen Verkehrs.

Europa glaubt daran
Im Jahr 2020 dürfte die Eisenbahn in der Lage sein, die Hälfte des alpenquerenden Verkehrs zu übernehmen. Falls die Entscheidungen der Staats- und Regierungschefs zur Finanzplanung der Europäischen Union für den Zeitraum 2007-2013 dieses politische Ziel unterstützen. Ein Kommentar von Jacques Barrot, Vizepräsident der Europäischen Kommission und EU-Kommissar für Verkehr.

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